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Brandschutzerziehungsprogramm
für Stuttgarts Kinder startklar
 
Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, Klaus Dalferth, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbands Stuttgart e.V., und Dr. Frank Knödler, Präsident des Landesfeuerwehrverbands und Leiter der Branddirektion Stuttgart, haben am 20. Februar das stadtweite Gemeinschaftsprojekt „Brandschutzerziehung in Kindergärten“ gestartet.
 
BrandschutzerziehungFrauen und Männer der Stuttgarter Freiwilligen Feuerwehren Botnang, Degerloch-Hoffeld, Heumaden, Hofen, Plieningen, Riedenberg, Rohracker und Zazenhausen hatten 2002 die Initiative ergriffen und sich in ihrer Freizeit zu Unterweisern in Sachen Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung ausbilden lassen. Die Freiwillige Feuerwehr Riedenberg konnte die „Brandschutzerziehung in Kindergärten und Vorschulen“ im Netzwerk nachhaltiger Projekte im stadtweiten Prozess der Lokalen Agenda Stuttgart verankern.

64 Feuerwehrleute von 19 der insgesamt 25 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart haben sich bis heute in ihrer Freizeit zu Brandschutzerziehern qualifiziert und im Piloteinsatz an 50 Kindergärten mit über 1000 Kindern das Stuttgarter Brandschutzmodell erfolgreich praktiziert. Damit konnte die Experimentier- und Erprobungsphase erfolgreich abgeschlossen werden. Das Brandschutzerziehungsprogramm für Stuttgarts 488 Kindergärten ist startklar. Unterweisungen beiPaulinchen weiteren 23 Kindergärten stehen bevor. Bis zum Ende des Jahres sollen rund 1500 Kinder im Rahmen dieses Projekts durch ehrenamtlich tätige Bürger im Umgang mit dem Feuer und der Feuerwehr geschult werden.

Interessierte Stuttgarter Kindergärten können sich an den Stadtfeuerwehrverband Stuttgart wenden, Heusteigstraße 12, 70182 Stuttgart, Telefon 5066-399, Fax 5066-241.

Auf große Zustimmung stieß bei der Branddirektion Stuttgart die Idee, die Kinder in den Kindergärten spielerisch an das Thema „Feuer“ heranzuführen. Denn gerade kleine Kinder mit ihrem Forschergeist sind besonders gefährdet, da offenes Feuer auf sie eine geradezu magische Anziehung ausübt.

Der Frankfurter Arzt Dr. Heinrich Hoffmann schilderte 1847 in seinem „Struwwelpeter“, wie ,Paulinchen‘ trotz des elterlichen Verbots mit einem Feuerzeug spielt und jämmerlich verbrennt. Dieses Gedicht spiegelt den pädagogischen Ansatz der damaligen Zeit wider, nämlich Kinder durch Verbote und Abschreckung zu erziehen. Heutzutage lernen Kinder durch Erfahrung im Umgang mit den Dingen des täglichen Lebens, zu denen eben auch das Feuer gehört.
Brandschutzerziehung
Gerade im Umgang mit dem Element Feuer ist bei der Aufklärung noch viel zu tun. So sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 40 Kinder an den Folgen von Bränden, mehr als zwei Drittel aller Opfer sind dabei jünger als fünf Jahre. Noch erschreckender ist die Tatsache, dass 80 Prozent aller Brände, die durch Kinder verursacht werden, von Kleinkindern ausgehen und dabei jedes Jahr tausende Kinder durch Verbrennungen verletzt und teilweise schwer entstellt werden.

„Kinder sind das Beste was wir haben“, so Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster. Er verdeutlichte, dass „mit diesem neuen Programm die Stuttgarter Kindergärten die Chance erhalten, den richtigen Umgang mit Feuer zu erfahren und gleichzeitig die Feuerwehr als Retter in der Not kennen zu lernen“.

„Das Schicksal des Paulinchens als Ergebnis einer gefährlichen und leider nach wie vor praktizierten Verbotsstrategie gilt es zu verhindern“, so Klaus Dalferth, Chef des Stadtfeuerwehrverbands Stuttgart. Er bringt die Zielsetzung der Brandschutzunterweisung auf den Punkt: „Es sollen Regeln statt Verbote im Umgang mit Feuer gelehrt und spielerisch die richtigen Reaktionen bei Notfällen, wie einem Brand zu Hause, erlernt werden. Unser Anliegen ist es, den Kindern zu vermitteln, dass der richtige Umgang sie vor der Gefahr Feuer und vor Verletzungen schützen kann und sich damit unbeabsichtigt entstandene Brände vermeiden lassen. Zündeln kann erlaubt sein, aber nur mit den Eltern oder anderen Aufsichtpersonen, denn alleine ist es viel zu gefährlich.“
Brandschutzerziehung
„Brandschutzerziehung steht dafür, unsere Kinder vor Bränden zu schützen, sie im Umgang mit Feuer zu sensibilisieren und zu verantwortungsbewussten Menschen zu machen“, so Dr. Frank Knödler.

Voraussetzung für eine kindgerechte Schulung ist nicht nur die pädagogische und didaktisch fundierte Qualifikation ausgewählter Feuerwehrleute, sondern auch die Bereitstellung umfangreichen und kindgerechten didaktischen Materials in Form eines Brandschutzkoffers. Darin enthalten sind unter anderem die Handpuppen Nils – ein Kindergartenkind – und „Max Zündel“, der Feuerteufel.
 
20. Februar 2006 - © Landeshauptstadt Stuttgart

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