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Armin Schwarz - der Mann mit den Mützen

Untertürkheimer Zeitung 27.05.2006

PolizeiStuttgart-Bad Cannstatt: Der Polizeihauptmeister hat 400 Kopfbedeckungen von Kollegen aus aller Welt gesammelt Die Deutschen sind als Volk der Jäger und Sammler bekannt. Armin Schwarz ist beides. Der Polizeihauptmeister jagt berufsmäßig Straftäter und sammelt in seiner Freizeit Polizeikopfbedeckungen.

Etwa 400 Polizeimützen, -helme und -käppis aus aller Welt sind im Revier Duisburger Straße auf 20 Vitrinen verteilt.

 

Von Edgar Rehberger

Angefangen hat es - wie in den meisten Fällen - zunächst im kleinen Rahmen. Als Ende der 70-er Jahre durch die Verstaatlichung der Polizei die Uniformen geändert wurden, hob er seine alte Dienstkleidung, blau mit Landeswappen, auf. Es kamen die Polizeimützen der Kollegen aus dem Umland dazu. Das Sammelinteresse war geweckt. "Es sprach sich herum, dass ich mich für Polizeimützen interessiere", so der Cannstatter. "Ich finde es schade, wenn die früher getragenen Uniformen und Mützen ganz verschwinden." Auch im Urlaub hält er die Augen offen, kauft oder tauscht. Zunächst bewahrte er die Kopfbedeckungen zu Hause auf, was aber schnell zu Platzproblemen führte. Das Revier Duisburger Straße wurde zum neuen Sammelort. Aus zwei Vitrinen wurden im Lauf der Jahre 20, die im ersten Stock des Reviers stehen, für den "normalen" Besucher nicht zu sehen.

Fündig wird der 50 Jahre alte Polizeihauptmeister auch auf Flohmärkten. "Kollegen, die in Ruhestand gehen, vermachen mir ihre Mützen." Ein Kollege aus Lahr, der ebenfalls sammelte, verkaufte ihm seine Sammlung. Aus Europa fehlen ihm vier Länder: Island, Albanien, Liechtenstein und der Vatikan. "Da gibt es eine eigene Polizei, nicht zu verwechseln mit der Schweizer Garde." Kopfbedeckungen der Kollegen aus allen Kontinenten sind zu finden, darunter auch historisch wertvolle wie die aus Französisch-Kongo. Der Herrscher Bokasa, durch einen gewaltsamen Putsch an die Macht gekommen, ließ neue Polizeiuniformen herstellen. Bevor diese jedoch getragen werden konnten, war er bereits wieder entmachtet. Schwarz hat die dazu gehörige Polizeimütze. Auch aus Kenia und Botswana (Damenhut) besitzt er Polizeiutensilien. Sehenswert ist der bunte Paradeturban aus Indien. Die Polizeimütze aus Nepal hat er auf einem Flohmarkt erstanden.

"Seit dem 11. September ist es sehr schwierig an Mützen aus Nordamerika zu kommen", bedauert der Cannstatter. Dennoch sind auch die USA vertreten, etwa mit sehr schweren Mützen von Polizeichiefs oder MP-Helmen des VII. US-Corps. Sehr liebevoll sind die Mützen der mexikanischen Polizei gestaltet. Aus Kanada stammen Kopfbedeckungen der Royal Canadian Mounties, aus Australien Paradehüte. Stolz ist Schwarz auf Historisches wie den Tschako aus Luxemburg von 1900 oder den Bobbyhelm aus den 40-er Jahren. Weiterer Blickfang: Die Namensgeber der UN-Polizeikräfte, die Blauhelme.

Teilweise hat der 50-Jährige ganze Sätze wie von italienischen Carabinieri des mittleren, gehobenen und höheren Dienstes und Sommermützen, die nur bis 1970 getragen wurden. Aus der Mussolini-Zeit stammt ein Paradehut. Heute zieren die Initialen IR diese Hüte. Aus England hat er Helme der Metropolitan Police mit den Initialen der jeweiligen Regenten wie Queen Elisabeth, George VI und V. Aus Frankreich stehen Mützen in verschiedenen Farben von verschiedenen Einheiten in der Vitrine. Auch die direkten Nachbarn Österreich und Schweiz fehlen nicht. Sie lieferten Mützen, Helme, und Käppis der unterschiedlichen Bundesländer und Kantone. Nahezu komplett sind alte und neue Polizeimützen aus Griechenland und Türkei sowie der DDR. Interessant zu verfolgen sind die Entwicklungen der Polizeimützen aus dem ehemaligen UdSSR zu Russland, von der Tschechoslowakei zu Tschechien und der Slowakei. "Da wurden teilweise nur Kleinigkeiten verändert."

Sammlung ständig erweitert

Schwarz erweitert ständig seine Sammlung. Hilfreich ist dabei auch die IPA, die International Police Association. Bei Gastbesuchen ausländischer Beamter oder den Gegenbesuchen wechseln die Kopfbedeckungen den Besitzer. Daher hat der Polizeihauptmeister auch immer Tauschobjekte parat. Aber nicht nur Kopfbedeckungen lagern in den Vitrinen. Da liegen auch alte, inzwischen verbotene Schlagstöcke der Kriminalpolizei, Polizeipfeifen und verschiedene Handschließen. Er sammelt auch alte Polizeihemden, die dann auch als Malerkittel bei Kindergärten landen. Die Hauptleidenschaft bleibt aber das, was bei den Kollegen auf den Kopf sitzt. Denn Polizeihauptmeister Armin Schwarz ist der Mann mit den Mützen.


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