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Stadtarchiv Stuttgart - Bellingweg 21 - Bad Cannstatt

Stadtarchiv
Bellingweg 21
70372 Stuttgart
S-Bad Cannstatt

Telefon: +49 711 216-91512
+49 711 216-4432 (Lesesaal)
+49 711 216-4425 (Bibliothek)
Fax: +49 711 216-91510
E-Mail: poststelle.stadtarchiv@stuttgart.de
Internet: http://www.stuttgart.de/stadtarchiv/


Tag der offenen Tür im neuen Stadtarchiv am 22.1.2011

Das historische Gedächtnis der Landeshauptstadt Stuttgart hat einen neuen Ort:
Im Bellingweg 21 in Bad Cannstatt steht das Stadtarchiv ab dem 24. Januar wieder
zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung. Zur Wiedereröffnung findet am 22. Januar 2011 ein Tag der offenen Tür statt von 14 bis 17 Uhr.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchivs laden ein zu Führungen durch das Gebäude, der Ausstellung "Großstadtleben. Ein Bummel durch das Archiv und seine Bestände". Außerdem gibt es eine Kinderbetreuung sowie weitere Angebote


FLYER: Neues Stadtarchiv unter einem Dach (PDF - 870 KB) .

Stadtarchiv Stuttgart - NEUERÖFFNUNG -

 

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten des Lesesaals:

 

Von Mo. 24.04.2017 bis Fr. 30.06.2017
Aufgrund von Personalengpässen ist die Benutzung des Archivs bis auf weiteres nur mit Einschränkungen möglich: Der Lesesaal ist ab sofort Dienstag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr, sowie Mittwoch von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Akten können nur einmal täglich bis 11 Uhr, Mi bis 11 Uhr und 15:30 Uhr bestellt werden. Mit weiteren Einschränkungen bei Beratung, Vorlage von Archivgut und Bearbeitung von Reproduktionen ist zu rechnen. Das Stadtarchiv bittet um Ihr Verständnis. Wir sind bemüht, so schnell wie möglich wieder die gewohnten Benutzungsbedingungen herzustellen.

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Montag 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr
Dienstag, Donnerstag, Freitag 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Mittwoch 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Wiedereröffnung des Stadtarchivs in den neuen Räumlichkeiten am Bellingweg ist am 24. Januar 2011.

 

Zentrale Aufgabe des Stadtarchivs ist es, als "Gedächtnis der Stadt" sämtliche Unterlagen der Stadtverwaltung zu erfassen, zu bewerten, zu erhalten sowie für Bürgerschaft und Forschung nutzbar zu machen. Ohne Zustimmung des Stadtarchivs dürfen keine städtischen Unterlagen vernichtet werden. Damit wird das Verwaltungshandeln auch nach außen transparent und nachvollziehbar.

Das Stadtarchiv sichert zugleich nichtamtliche Archive und private Quellen, die für Gegenwart und Geschichte Stuttgarts bleibenden Wert besitzen. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie über stadtgeschichtlich interessante Materialien und Dokumente verfügen! Wer sich für Stuttgart und seine Geschichte interessiert, kann alle gewünschten Unterlagen im Lesesaal in der Silberburgstraße 191 einsehen. Wir beraten Sie gerne. Dort steht Ihnen zusätzlich die Präsenzbibliothek des Stadtarchivs zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch das Stadtarchiv und seine Sammlungen teilzunehmen. Das Stadtarchiv versteht sich seit Anbeginn auch als "Zentrum für Stadtgeschichte". Es trägt durch Tagungen, Vorträge, Ausstellungen, Projekte und die bereits seit 1936 erscheinende Reihe der "Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart" zur Erforschung und Vermittlung der Stadtgeschichte bei.

http://www.stuttgart.de/neues-stadtarchiv

 

LINKS:

Stadtarchiv
Foto: Enslin 2011
Archive  Statuen  Trommeln
Rundgang durch die Archive des Stadtarchivs und des geplanten Stadtmuseums - Fotos: Enslin
Bilder Waffen Trophäen Tafeln
Cannstatter Zeitung 24.02.2011

Neugierige Blicke in das Gedächtnis der Stadt

 

BAD CANNSTATT: Großes Interesse beim Tag der offenen Tür im neuen Stadtarchiv

(jps) - Mit so einem großen Andrang hatten die städtischen Archivare nicht gerechnet: Beim Tag der offenen Tür am Samstag platzte das neu eröffnete Stadtarchiv im Bellingweg aus allen Nähten. „Wir wurden regelrecht überrannt“, sagte Archivleiter Roland Müller und freute sich über das rege Interesse der Bürger.

Das 1928 gegründete Stadtarchiv ist endgültig in seinem neuen Zuhause im Neckarpark angekommen. Am Samstagnachmittag wurde es mit einem Tag der offenen Tür erstmalig den zukünftigen Nutzern präsentiert - und diese kamen in Scharen. „Wir haben uns vieles erhofft, aber einen solchen Andrang haben wir nicht erwartet“, sagte Archivleiter Roland Müller, der bereits bei einem Festakt am Vormittag zusammen mit OB Wolfgang Schuster das Archiv feierlich eröffnet hatte und gegen Abend halb erfreut, halb nervös feststellte: „Wir wurden regelrecht überrannt.“Im viertelstündigen Takt schleusten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archivs die Menschenmassen durch das denkmalgeschützte, ehemalige Kontor- und Lagergebäude, das für 20 Millionen Euro umgebaut wurde.

Diese nahmen dabei auch längere Wartezeiten in Kauf, um jene Bereiche zu sehen, die künftig nicht für die Öffentlichkeit zugängig sind. Wie die Magazine im Obergeschoss, wo in unzähligen Rollschränken von nun an das schriftliche Gedächtnis der Stadt ruht. Nach dem Umzug aus den ehemals vier über die Innenstadt verstreuten Standorten lagern hier Dokumente, Bücher, Bilder und Fotos - in Pappboxen verstaut, nummeriert, etikettiert und katalogisiert. Soviel Ordnung, man merkt es, hätte manch einer auch gerne in seinen privaten Unterlagen.

Sowieso war das Fazit der Besucher durchwegs positiv. „Ich wollte einfach mal reinschauen, ob es gelungen ist, und bin wirklich beeindruckt, was es alles zu sehen gibt“, sagte beispielsweise Bernhard Eggersdorfer aus Bad Cannstatt, der vor allem von den unterirdischen Depots angetan war. Was sich dort wie eine Mischung aus Trödelmarkt und Haushaltsauflösung präsentiert, ist in Wahrheit die Sammlung des künftigen Stadtmuseums. Historische Waffen, Pferdehalfter, alte Musikinstrumente und Modelle von allerlei Stuttgarter Bauprojekten sind darunter - gar das berühmte Stuttgarter Storchennest ist hier gelagert.

Ebenerdig lockten die Exponate der Ausstellung „Großstadtleben“ und im Lesesaal, dem künftigen Dreh- und Angelpunkt des Archivs, konnte auf eigene Faust in die Stuttgarter Stadtgeschichte eingetaucht werden. Während viele aus reiner Neugierde stöberten, machten sich andere bereits mit dem praktischen Nutzen der Archivalien vertraut. „Ich suche im Adressverzeichnis von 1913 nach dem Wohnsitz meiner Großeltern“, erklärte Adelheid Streit, die dafür extra aus Tübingen angereist war. „Die älteren Generationen schauen eben mehr nach hinten, in die Vergangenheit“, weiß die 68-Jährige um den Nutzen der ganz persönlichen Ahnenforschung. Der Lesesaal des Stadtarchivs ist geöffnet: Montag 9 bis 13 Uhr; Mittwoch 9 bis 18 Uhr; Dienstag, Donnerstag und Freitag 9 bis 16 Uhr. Archivalien können jeweils bis 10 und 13 Uhr, mittwochs auch bis 15.30 Uhr bestellt werden. Bis einschließlich 2. März finden mittwochs um 17.30 Uhr öffentliche Führungen statt.

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 14.01.2011

Ein neues Domizil für das Gedächtnis der Stadt


Geschichte Am Bellingweg in Bad Cannstatt steht das Archiv vor seinem historischen Neuanfang.
Von Thomas Borgmann


Die Geschichte der Stuttgarter Stadtgeschichte ist, für sich genommen, ein trauriges Kuriosum: 1515, so ist es amtlich belegt, hat ein Stadtschreiber zum ersten Mal ein "Behältnis" für Akten und Urkunden erwähnt. Später galt die Registratur der schwäbischen Residenz als desolat - von Raumnot und Unordnung war da die Rede. Der Stadtvogt Fischer sprach 1731 von einem "confusum chaos". Und Karl Stenzel, 1928 der Gründungsdirektor des Stadtarchivs, nannte das 19. Jahrhundert "eine Periode schlimmster Vernachlässigung".

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der stadtgeschichtlichen Schätze bei den Luftangriffen zerstört, zuletzt im April 1945, als das Schloss Löwenstein bei Heilbronn in Flammen aufging; die Stadt hatte ihr Archivgut dorthin ausgelagert in dem Glauben, es sei ein sicherer Ort. Am Samstag kommender Woche beginnt für das Archiv der Landeshauptstadt eine neue Zeitrechnung. Roland Müller, seit 1996 sein Direktor, sagt: "Von nun an können wir uns mit den Archiven anderer Großstädte gut messen. Wir haben unsere 9000 laufenden Regalmeter an Büchern, Akten und Dokumenten der unterschiedlichsten Art endlich angemessen untergebracht." Die schwierigen Jahre des Archivs mit seinen drei Standorten an der Silberburgstraße, der Tübinger Straße und dem Rathauskeller seien gottlob vorüber. Das neue Domizil am Bellingweg in Bad Cannstatt sei, so Müller, "für unsere Nutzer, aber auch für unsere Mitarbeiter ein Quantensprung". Im Vorfeld der 2004 gescheiterten Stuttgarter Olympiabewerbung hatte der Gemeinderat zugestimmt, das rund 22 Hektar große Gelände des ehemaligen Cannstatter Güterbahnhofs von der Deutschen Bundesbahn zu kaufen, dazu - aus der Konkursmasse eines privaten Handelsunternehmens - auch den unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplex am Bellingweg 21.

 

Oberbürgermeister Wolfgang Schuster erinnert sich: "Ich habe das Haus damals besichtigt und mich gefragt, was wir damit anfangen können. Weil das alte Lagerhaus eine Statik besitzt, die auf mehrere Tonnen Tragkraft ausgelegt ist, bin ich auf die Idee gekommen, unser Stadtarchiv mit seinen Magazinen dorthin zu verlegen." Zwanzig Millionen Euro hat es gekostet, aus dem lange Jahre leerstehenden Haus ein modernes Archiv mit Klimatechnik, Lese- und Vortragssaal sowie Büros für die knapp zwanzig Mitarbeiter zu machen. Fünf Millionen Euro hat das Land Baden-Württemberg aus einem Fördertopf für Stadtsanierung zu dem Umbau beigesteuert. Weitere vier Millionen Euro brachten der Verkauf des alten Magazins an der Tübinger Straße, das abgerissen wurde, und der Verkauf der Zentrale an der Silberburgstraße, die nun in ein Wohnhaus verwandelt wird.

Im September 2008 hat der Oberbürgermeister, der besonders gerne Bagger fährt, den ersten "Baggerbiss" selbst vollzogen. Jetzt ist das neue Stammhaus des Stadtarchivs mit seinen 10 000 Quadratmetern Nutzfläche fertig.

 

Matthias Hahn, der Baubürgermeister, sagt: "Obwohl die alte Bausubstanz schon neunzig Jahre alt ist, haben wir es geschafft, im Kostenrahmen zu bleiben, den uns der Gemeinderat gesetzt hatte." Dies sei "das Verdienst unseres Stadtplanungsamtes, das die Sanierung und Modernisierung gemanagt hat". Aus dem alten Anwesen sei "ein Schmuckstück geworden, in dem man sowohl dem Denkmalschutz Rechnung trägt als auch den besonderen Anforderungen des Archivs". Mit modernster Kälte- und Wärmetechnik lasse sich in den Magazinen eine gleichmäßige Temperatur von 18 Grad Celsius schaffen - dies wiederum sei unverzichtbar, um die wertvollen Bestände dauerhaft zu sichern. Und der Archivdirektor Roland Müller sagt: "Ich hoffe, dass möglichst viele Bürger unsere Angebote nützen - wir freuen uns auf unseren Neubeginn."